Paradoxe Nachfragesituation: Während das grundsätzliche Interesse am Campingurlaub und die Zulassungszahlen im Gebrauchtmarkt (+5,5 %) Rekordwerte erreichen, herrscht bei Neufahrzeugen eine deutliche Kaufzurückhaltung. Das Budget der Kunden ist durch hohe Zinsen und Inflation begrenzt.
Bestandrekord vs. Absatzkrise: Deutschland hat 2025 die Marke von einer Million zugelassenen Reisemobilen überschritten. Dennoch stehen die Höfe der Händler voll; das Überangebot führt zu massiven Rabattaktionen (teils bis zu 25 %) und drückt die Margen der Hersteller.
Wirtschaftliche Einschnitte: Große Akteure der Branche kämpfen mit den Folgen des Überangebots. Knaus Tabbert meldete für das erste Halbjahr 2025 einen Umsatzrückgang von über 18 % und musste Gewinnprognosen senken. Marken wie LMC und Dethleffs reagierten mit dem Abbau von Stellen (ca. 160 bei LMC) oder Produktionspausen und Kurzarbeit auf die schwache Auftragslage.
Strategischer Wandel: Die Hersteller drosseln ihre Produktion, um die Lagerbestände abzubauen. Gleichzeitig versuchen sie, durch technische Trends wie Autarkie (Solar/Lithium) und Allrad-Systeme neue Anreize zu setzen.
Die oben genannten Informationen basieren auf folgenden offiziellen Bekanntmachungen und Berichten:
CIVD (Caravaning Industrie Verband e.V.):
Pressemitteilung vom 20.01.2025: „Über 96.000 Neuzulassungen: Deutscher Caravaning-Markt übertrifft Vorjahresergebnis“ (Bilanz 2024 und Ausblick).
Marktdatenbericht Q1/2025 (16.04.2025): Analyse zum Rückgang gewerblicher Neuzulassungen und zur stabilen Privatnachfrage.
Themenportal „Neuzulassungen“: Statistische Auswertungen zu Reisemobilen und Caravans (Stand 2025).
Unternehmensberichte (Ad-hoc & Presse):
Knaus Tabbert AG: Quartalsmitteilung Q1/2025 (14.05.2025) und Halbjahresfinanzbericht (08.08.2025) zur Umsatzentwicklung und Bestandsreduzierung.
LMC Caravan GmbH: Bekanntmachung zum Stellenabbau in Sassenberg (via Radio WAF / Radio Gütersloh, 10.11.2025).
Promobil Magazin: Branchenanalyse „Caravaning-Branche 2025: Zwischen Boom und Krise“ (erschienen 2025).
Wirtschaftsnachrichten: